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Gedanken zu Josua 1,9
von Prof. Dr. Rolf-Ulrich Kunze
Siehe, ich habe dir geboten, daß du getrost und unverzagt seist.
Laß dir nicht grauen und entsetze dich nicht;
denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tust.
Josua 1,9
Der Taufspruch unseres Sohns von 2001 lautet in der Lutherbibel, die meine Eltern 1956 zur Hochzeit geschenkt bekommen haben: Siehe, ich habe dir geboten, daß du getrost und freudig seist. Laß dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst. In der neuen Lutherbibel von 2017 heißt das: Habe ich dir nicht geboten: Sei getrost und unverzagt? Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst. Aus einem bestimmten Grund spielt für uns die aktuelle niederländische Fassung eine große Rolle: Ik gebied je dus: wees vastberaden en standvastig, laat je door niets weerhouden of ontmoedigen, want waar je ook gaat, de HEER, je God, staat je bij. [Ich gebiete dir also: sei entschlossen und standhaft, lass dich durch nichts zurückhalten und entmutigen, denn wohin du auch gehst, der HERR, dein Gott, steht bei dir.]
Bei der Taufe in der dörflich wirkenden evangelischen Nazarathkirche in Frankfurt-Eckenheim im Oktober 2001 trugen wir manches an persönlichem Schrecken und kollektivem Grauen mit uns herum. Unser Sohn hatte sich im Februar seinen Geburtsort und zu frühen Geburtstermin selbst ausgesucht: die alte Universitätsstadt Groningen im Norden der Niederlande. Was für ein Segen, dass es dort, im damals noch ganz traditionell Academisch Ziekenhuis heißenden Universitätsklinikum eine der größten Frühgeborenenstationen des Landes gab. Kurz nach dem 11. September 2001 war mein Vater in Osnabrück gestorben.
Genug Anlass, sich grauen zu lassen und zu entsetzen, im besonderen und ganz allgemein. Getrost und unverzagt oder sogar freudig zu sein, schien im Herbst 2001 schon etwas von Wirklichkeitsverweigerung zu haben. Um den Umgang mit dieser Ambivalenz geht es in Josua 1,9. Wir werden an etwas erinnert, was in der älteren Übersetzung Luthers und in der niederländischen eingangs als Imperativ formuliert wird. Die neue Lutherübersetzung bringt das in die Form einer Frage, die auf Selbstbesinnung und die Frage nach den Maßstäben zielt. Die Gründe und die Anlässe für den eigenen und den Schrecken der anderen verschwinden nicht. Sie sind weder Schicksal noch Zufall, sondern Teil des Lebens. Die Angst davor muss uns aber nicht in Schockstarre versetzen, auch wenn uns oft danach ist. Denn über allem steht die Zusage, dass wir in allen Schrecken nicht allein sind. Nicht manchmal, sondern IN ALLEM, oder, wie es niederländisch heißt, wohin du auch gehst. Deshalb können wir getrost, sogar freudig, oder, was mir am besten gefällt, vastberaden en standvastig sein, was immer auch passiert. Und wir können auch etwas tun, das Notwendige, oder whatever it takes.





