Über das Stück

 
Als wir uns zu Beginn des aktuellen Schuljahres getroffen haben, um über ein neues Stück nachzudenken, kamen wir sehr schnell in eine bestimmte Richtung. Wir wollten ein Stück schreiben und inszenieren, das auf einer existentiellen Ebene spielt. Deshalb bezieht es sich auch bewusst nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt aus der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft. Wir glauben, dass es zu jedem Zeitpunkt der Menschheitsgeschichte spielen könnte, weil es um menschliche Ideen, Gedanken und Gefühle geht, die es immer gegeben hat und vermutlich immer geben wird.
Angesichts der vielen Krisen in der Welt und den vielen negativen Gefühlen, die viele von uns zumindest ab und zu haben, haben wir uns auf den Weg gemacht und einen Weg gesucht, wie doch noch alles gut oder zumindest besser werden kann. Unsere Reise beginnt in einer Welt, in der die Menschen sich gegenseitig verloren haben. Sie sind egoistisch und haben die Mitmenschen aus dem Blick und ihr Gewissen verloren. Verantwortlich dafür ist das Böse, das im Stück zwar von einem Jugendlichen gespielt wird, aber eigentlich eine übermenschliche Idee ist: Es versucht die Menschen, sich nur um sich selbst zu kümmern. Zu Beginn unseres Stücks ist das Böse dominant und unsere Charaktere einsam.
Jede und jeder von ihnen hat einen eigenen Weg, damit umzugehen. Da gibt es den Denker, der sich in die Tiefen seines Geistes zurückzieht, an seinen Fragen verzweifelt und den die Gewissenlosigkeit der Menschen ohnmächtig macht:
„Ich stürze in das Tal und lande erst zerschmettert auf dem Boden der Tatsachen, dort, wohin das Licht der Hoffnung nicht vordringen kann...Kann das Gewissen einfach verstummen? Oder sind wir nur taub geworden?“
Es gibt aber auch den Handelnden, der weiter versucht zu helfen, sich aber nicht mehr öffnen kann. Der Ablenkende versucht, das Geschehen und seine Gefühle von sich fernzuhalten, deshalb lenkt er sich und von sich ab. Und der Amoralische ist zu Beginn noch von den Ideen des Bösen überzeugt. Erst im Lauf des Stückes macht er eine Veränderung durch.
Uns und diesen vier Protagonisten geht es um die Frage: Gibt es einen Weg? Sie schaffen es, sich näherzukommen, doch das Böse in seinen verschiedenen Gestalten bleibt präsent. Und so bleibt auch die Frage: Kann man das Böse eigentlich besiegen?
Menschlichkeit, die manchmal belächelte Nächstenliebe und das Gewissen – all diese Themen rücken im Stück in den Mittelpunkt.
Wir freuen uns über jeden und jede, der sich auf das Stück einlässt und zu einer der Aufführungen kommt. Denn wir glauben, dass man etwas mitnehmen kann. Was das am Ende sein wird, ist auch für uns spannend. Und auch für uns sind noch Fragen offen, die wir gerne mit Ihnen und euch diskutieren würden. Deshalb wird es nach den Aufführungen noch die Möglichkeit geben, ins Gespräch miteinander zu kommen
 
Wir freuen uns auf Ihr und euer Kommen!
Jonas, Charlotte, Barbara, Chiara und Jonas